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Sie können diesen Artikel Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterDas Sterben zulassen sowie einen weiteren Beitrag Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster"Vorsorgen im Ernstfall" auch online abrufen.

Das Herz der Krankenseelsorge im Bistum schlägt seit 25 Jahren im Haus Tobias

Seelsorgeamtsleiter Prälat Dr. Bertram Meier
Renate Köckeis führte die Festgäste in einer Tanzmeditation durch das Haus Tobias.
Heinz Müller (rechts) bedankte sich bei Dr. Gerhard Kellner, seinem Team sowie bei der Diözese für die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit.
Fotos: pba/Nicolas Schnall

Seelsorgeamtsleiter Prälat Dr. Bertram Meier hat beim Fest zum 25-jährigen Bestehen die Bedeutung des Bildungs- und Begegnungszentrums der Klinikseelsorge im Bistum Augsburg gewürdigt: „Das Haus Tobias ist das Herz der Krankenseelsorge.“ Dr. Gerhard Kellner, der Leiter des Hauses, begrüßte - einen Steinwurf vom Klinikum Augsburg entfernt - die anwesenden Kooperationspartner, Referenten und Gruppenleiter, ohne die dieses Herz nicht schlagen würde.

„In einem heiß umkämpften Feld zwischen medizintechnischem Fortschritt und ökonomischer Rentabilität, zwischen Patientenautonomie und ärztlicher Fürsorge bedarf es solcher Kristallisationspunkte“, betonte Prälat Meier. Zudem sei das Haus „getragen von dem Bemühen, in einer säkularen Gesellschaft Raum zu geben für christlich geprägte Begegnungen mit Menschen in Krankheit und Notsituationen, aber auch Raum zur Reflexion und Weiterbildung“, so Prälat Meier. Er verwies auch auf den überdiözesanen und ökumenischen Charakter des Hauses: „Über 200 Klinikseelsorgerinnen und -seelsorger wurden hier bereits ausgebildet, die nicht nur in Augsburg, sondern in der ganzen Diözese und darüber hinaus in zahlreichen anderen Bistümern und den evangelischen Landeskirchen segensreich wirken.“

Doch die Einrichtung beschränke sich nicht nur auf das Kerngeschäft, sondern wirke inzwischen durch weitere Schwerpunktsetzungen in die Kliniken und die Gesellschaft hinein, so Prälat Meier. Neben der Medizinethik, den dutzend Selbsthilfegruppen und dem Traumahilfenetzwerk von Augsburg und Schwaben sei dies in den vergangenen Jahren vor allem in den Bereichen Spiritualität und Seelsorge am Lebensende gelungen. Für Prälat Meier gehört speziell dieser Bereich, der durch die Ökonomisierung der Medizin zu einem Wirtschaftszweig zu werden drohe, „zum Herzstück christlicher Seelsorge, das wir uns nicht nehmen lassen sollten“. Deshalb forderte er die Verantwortlichen zu wacher und selbstbewusster Positionierung innerhalb der säkularen Meinungsvielfalt auf.

Der Seelsorgeamtsleiter ermutigt dazu, dass im Haus Tobias auch in den kommenden Jahrzehnten der Mensch mit seinen Schwachstellen in den Mittelpunkt gestellt sein wird und mit Leib und Seele, Geist und Würde, ernst- und wahrgenommen werde: „Wenn wirklich Heilung geschehen soll, dann braucht es mehr, als die hohe Kunst der Medizin und Pflege zu leisten vermag, dann ist ein Aufblick zu Gott, ein Gebet, ja manchmal auch das ‚Bestürmen des Himmels‘ notwendig.“

Auch der Leiter des Hauses unterstreicht das: „An der Grenze zwischen Leben und Tod sind wir oft Grenzgänger - zwischen den Welten des Gesundheitswesens und der Religion, zwischen dem Klinikgebäude und dem Seelsorgezentrum“, so Dr. Kellner. Er bezeichnete es als „Glücksfall“, dass diese Einrichtung vor zweieinhalb Jahrzehnten möglich gemacht wurde. Sein besonderer Dank und Willkommensgruß galt daher Pfarrer Dr. Hubert Kranzfelder, der das Haus Tobias gemeinsam mit seinem Team von der Klinikseelsorge geplant und gebaut hat.

Das Haus Tobias war schon immer ein Treff- und Begegnungspunkt. So ist unter anderem auch der Bunte Kreis im Haus Tobias entstanden ebenso wie die Kontaktstelle Trauerarbeit der Diözese. Bistumsweit gibt es derzeit rund 100 Klinikseelsorgerinnen und –seelsorger, die zum größten Teil an diesem Ort ausgebildet wurden.